Entstehung

Der Wettbewerb

Zunächst galt es für die Idee eines musikvermittelnden Klangraumes eine ansprechende Architektur mit signifikantem Erscheinungsbild zu erschaffen, die zugleich den Kriterien der Mobilität und Begehbarkeit genügen sollte. Zu diesem Zweck hatte die Hochschule für Musik und Theater in Kooperation mit der Hafencity Universität für Baukunst einen studentischen Realisierungswettbewerb ausgeschrieben. Nach zwei einführenden Lectures zum Thema “Raum und Klang” begannen die Studenten der HCU ihre Ideenumsetzung und zeigten in ihren Entwürfen begeisternswert kreativ ihr Empfinden von Neuer Musik in Architektur. Am 30.4.2008 bestimmte eine Jury unter 28 vielfältigen und fantasievollen Entwürfen zwei erste Preise, einen dritten Preis sowie drei Ankäufe und drei lobende Erwähnungen. Neben dem Engagement und der hohen Professionalität beeindruckte hierbei auch die gelungene Form der Verquickung beider Disziplinen mit einfachen Mitteln.

1. Preis

„Insound” von Stefan Hannebaum, Jan Jentzen, Ramon Osorio und Konstantin Seufert (zur Realisierung ausgewählt)


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Entwurf: Hannebaum, Jentzen, Osorio, Seufert


Begründung der Jury: Ausgehend von dem formalen Phänomen chladnischer Klangfiguren schaffen die Verfasser als einzige Teilnehmer ein raumgreifendes Environment, einen „Klangpark”, der trotz seiner Ausmaße ohne weiteres transportierbar ist.


Entwurf 2
Entwurf: Hannebaum, Jentzen, Osorio, Seufert


Die Verbindung von rationalem Raumkörper (Container) und aleatorisch in Kreisen verteilten Klangscheiben ergibt ein spannungsvolles Ensemble, das Außenräume einfängt und für die beabsichtigten Aussenklanginstallationen eine ortsstrukturierende Basis liefert.


Entwurf 3
Entwurf: Hannebaum, Jentzen, Osorio, Seufert


Für die Realisierung sind die frei konfigurierten Außen-Scheiben Bedingung, da ohne sie der Container zu solitär wirken würde. Überhaupt besteht die Gefahr einer zu „coolen” aseptischen Laborwirkung bei Letzterem. Die Aufstellbarkeit der Aussenscheiben auf gepflasterten Flächen wäre noch nachzuweisen. Die den Innenraum strukturierenden Scheiben sind auf ihre tatsächliche Gebrauchsfähigkeit (Verschiebbarkeit,Bewegungsraum, Projektion, ) noch näher zu untersuchen. Evtl. wären an diesen Stellen akustik-durchlässige Gazerollos sinnvoller. Die Arbeit ist umfassend bis in Konstruktionsdetails ausgearbeitet. Realisierung und Transportabilität scheinen leicht möglich zu sein und im Rahmen der max. Kosten zu bleiben.

Zweiter 1. Preis

“Sound Crystal” von Caspar Viereckel und Franz Kiehl


HCU Wettbewerb
HCU Wettbewerb


Begründung der Jury: Der kristalline Raumkörper fasziniert außen und innen in seiner komplexen „Faltstruktur”, verspricht ein höchst spannendes Raumerlebnis und scheint ungewöhnliche Höreindrücke zu ermöglichen. Die räumliche Differenzierung im Innern ist logisch angelegt. Für eine Realisierung wären genaue Überlegungen zur Abschließbarkeit, zu Konstruktion und Material, Regendichtigkeit und Transportfähigkeit notwendig. Das Objekt vermittelt eine expressive Zeichenhaftigkeit, die in der Öffentlichkeit einen sehr hohen Aufmerksamkeitsgrad erwarten läßt.

3. Preis

“Chladnische Klangfigur” von Martina Maslyk


HCU Wettbewerb
HCU Wettbewerb


Begründung der Jury: Die Freiformschale ist mit ihrer formalen Signifikanz ein spannender Beitrag zum Wettbewerb. Die offene Form fasziniert in ihrer Leichtigkeit und anvisierten Transluzenz. Diese Wirkungen müßten bei einer Realisierung genauso umgesetzt werden. Das könnte allerdings zu uneinschätzbaren Problemen und Kosten führen. Auch ist den Anforderungen bezüglich Informationsbox und Bespielbarkeit mit Projektionen nicht hinreichend entsprochen.

Realisierung

Von Mai 2008 bis zur Eröffnungsveranstaltung KLANG!-Start am 28.September 2009 auf Kampnagel dauerte die Realisierungsphase des KLANG!-Containers, bei der die vier Studenten Stefan Hannebaum, Jan Jentzen, Ramon Osorio und Konstantin Seufert von den ersten Baukonstruktionsplänen über Kostenplanung und Materialbeschaffung bis hin zur technisch handwerklichen Realisierung die Umsetzung des Entwurfs in ihre Hände nahmen und dabei umfassende Erfahrungen und Erkenntnisse über den branchenspezifischen Alltag sammeln konnten.

Container-Stahlkonstruktion

Professionelle Beratung und Unterstützung bekamen sie von dem freischaffenden Architekten und Alumni der Hafen City Universität Christian Weck.

Die spannende Realisierungsphase dokumentierten die vier Architektur-Studenten der HCU auf dem KLANG!-Blog.